Hallo,

ich bin 43 Jahre alt, renne seit 20 Jahren bzw. begann als ca. 20jähriger mit Joggen.

Interessanterweise sind meine "Leistungen" - ich war immer superschlecht im Schulfach "Sport", meistens Note 3, 4 oder 5 nicht schlechter geworden - ich glaube: sie sind mit den Jahren, mit dem Älterwerden besser geworden. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal an einem offiziellen Stadtmarathon teilgenommen, in Rom nämlich. Ergebnis: 4 Stunden 20 Minuten 42 Sekunden oder so, jedenfalls gemessen an meinem damaligen Alter - siehe oben, minus 1 - eine Schnapszahl. Dazu muss ich sagen: ich rauche nicht (hab das mal gemacht als Teenager, bin übrigens männichen Geschlechts) und trinke auch nicht (mehr). Wobei - das sag ich vorweg, ich will später noch einiges zum Thema Ernährung sagen - Alkohol und schlechte Milch gleichsetze, was die Folgen fürs Herz z.B. anbelangt. Das soll aber keine Aufforderung zum Trinken sein.

Die 4 Stunden sind trotzdem mehr als der beste 70jährige in Rom brauchte - soll heissen: er war schneller als ich.

 

Folgendes zur Lauftechik - habe ich mir "erarbeitet", beruht also auf eigenen intuitiven Feststellungen, Erfahrungen und Überlegungen - wer 4 Stunden braucht, hat ja viel Zeit nachzudenken über Stock und Stein.

Ganz frappieren ist, finde ich, wie sehr der Mensch - ich meine, diejenigen unserer Mitbürger, die schon als Kind mit Autos spielen durften, Vorbilder aus der Technik dann auf das Bewegtsein per pedes überträgt.

Ich nenne das mal "hydraulische Parabel".

Die Hydraulik an Baulaster und Schlepper, an Taktor und Planierraupe funktioniert bekanntlich so, dass da ein Stock, ein Stab sich in eine Röhre hineinstemmt, ungefährt wie ein Gewichtheber: Stoß und nach oben gestemmt, geschafft.

So muss ja dann wohl auch ein Muskel funktionieren an Bein und Arm.

Glaube ich nicht mehr. Der Vergleich zieht nicht.

Ich glaube: im Prinzip gibt es nur das Zusammenziehen, das Kontrahieren. Der Muskel des Menschen stemmt nicht Er zieht sich zusammen. Na, wie kriege ich denn so die Fäße von der Platte, die Arme nach oben. Irgendwas muss da doch Druck machen.

Nein, eben nicht. Es wird nicht gestemmt, nein, echt nicht.

Schon eher gedrückt und gestaucht. Aber dazu später. Nur soviel schon jetzt, an dieser Stelle: wer denkt, er könne sein Knie schonen, wenn er nur möglicht wenig weit nach vor schreitet, das Bein nach vorne reißt, der irrt. Ich bin der Meinung: das Kniegelenk ist für den Weitsprung geschaffen worden. Durch leichtes Joggen, kurze Schritte sich zu schonen ist schlichtweg ein Irrtum. Je weiter der Schritt nach vorne, desto besser fürs Gelenk. Dafür lege ich allerdings nur meine eigene Hand ins Feuer, will sagen, für diese frappante Behauptung übernehme ich keine Gewähr! Dazu aber noch später.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, die Frage war: es gibt ja wohl ein Vorurteil, nachdem beim Sport gestemmt wird. Kein Zweifel, wer die Handel nach oben bringt, der hat gestemmt. Ganz anders und darin liegt das Raffierte des menschlichen Körperentwurfs aber, wenn man sich mal in einen Muskel hineinversetzt. Bzw. auch das genügt nicht, man muss es sich wirklich mit einem Anatomieatlas verdeutlichen. Oder noch besser, wenn auch schmerzhafter, so wie ich: mal an seinem Laufstil laborieren und rumprobieren - das gibt natürlich bzw. auch dies gar nicht so unüberraschend - ganz schön Muskelkater. Wer wirlich lange läuft, der kann schon bei 2,3 km Laufstiländerung einen leichten Muskelkater erwirtschaften - als Anschauungsmaterial.

Um die Katze aus dem Sack zu lassen:

Wer kräftig immer wie Gerd Müller - der berühmte "Bomber der Nation" der 68er Jahre - das Unterbein nach vorne kickt, bekommt den Muskelkater am Oberschenkel.

So - darin muss man erst mal die Widerlegung des Hyraulikgleichnisses erkennen. Hydraulik: etwas wird gestaucht, gedrückt wird das Öl in der Röhre, verlängert wird der Stab, der herauskommt. Hydraulik also: Verlängern des Hebels. Anders der Muskel. Er verkürzt sich beim Kicken - und zwar nicht am Schienbein - vorne z.b. am Schienbein gibt es gar keinen Muskel - sondern oben am Oberschenkel. Es gibt also zwischen Fuß und Knie keine Hydraulik, etwa in den Waden, die z.B. zwei Muskeln gegeneinander verschiebt und so den Fuß nach oben drückt, jaein: nach meiner Erfahrung - ich lass mich gern eines Besseren belehren - zieht sich der Muskel am Oberschenkel und zwa der Muskel außen rechts am Oberschenkel zusammen - wie das? Es muss wohl einen Seilzug geben, der wie bei einm Kran über's Knie bricht, also die Erhebung am Knie ausnützt um die als Ausleger gedachte Wade nach oben zu hieven. Irgendwie kann man sich das nur so plausibel machen, dass man ungeahnte Kräfte in der wirklich sehr kurzen Verkürzung des Oberschenklmuskels am Walten sieht. Daher auch die Möglichkeit des Muskelkaters durch das Nach vorne Kicken des Fußes.

Nochmal zum Problem des Auftreffens: das nach vorne Kicken hat zur Folge, dass man durchaus mit der Hacke, mit der Ferse auf dem Boden auftrifft. Nun aber wudersame Erfahrung: das tut nicht weh. Im Gegenteil, ich muss davon gleich berichten: nie hätte ich die 42 km eines Marathons schadlos übestanden, wenn ich nicht zu dieser Lauftechnik des "Vorne-Kickens" übergeganen werden. Ich hätte immer nach ca. 30 km aufgeben müssen, wegen Gelenkschmerzen am Knie. Ist doch irre: die vermentlich gefährlichere Technik, das volle Aufprallen sogar auf den Hacken, entpuppt sich als die einzig heilsame auf 42 Kilometern. Dann habe ich also jahrelang beim Jogging was falsch gemacht. Dazu muss ich sagen, dass ich ungefähr zurselben Zeit, als ich die Langstrecke in Angriff nahm, auch Rückentraining begonnen hatte, und zwar Liegestützen mit Hohlkreuz - der Action des Männchens - z.B. Hase - nicht unähnlich, wenn auch langsamer. Könnte sein, dass zur Technik des Vornekicks also auch eine gute Rücken-, Bauch- und Beckenmuskulatur dazugehört, weil sonst das ganze Gerüst einfach so ungehindert runterdonnert auf den Asphalt, wie eine Strickleiter, die den Berg hinunterfällt. Könnte sein - es einfach so schwer zu glauben, dass ein Verzicht auf das "Tipp Toe" zugunsten eines "Vornekicks und Hackenpralls" so viel besser für das Kniegelenk sein soll. Aber wie gesagt: ohne nach Vorneziehen per Oberschenkel kein schmerzfreies Kniegelenk auf Langstrecke.

 

 

Das ist für mich der Beweis für eine ganze Philosophie: dass die gesunde Bewegung zuglich auch die leistungsfordernste ist. Oder umgekehrt: dass der Leistungssport - in Grenzen - der gesündeste ist. Weil der Köperbau durch Survival of the Fittest sich herausbildete, also für den Notfall gemacht ist. Wer nur mit halber Kraft rennt, wird von seinen Knochen gar nicht ernst genommen, die reagieren eingeschnappt. Speziell das Knie, Meniskus etc. Ich hatte, als bei den ersten Langstreckenläufen diese Schmerzen im Knie eintraten, gleich nachgeschaut in Lexika, tatsächlich ist der Schmerz seitlich am Knie ein bekannteres Phänomen, Name habe ich, so vergesslich ist der Mensch, leider vergessen.

Um aber wirklich sicher zu gehen - äh, auf Nummer Sicher zu laufen, soll heißen, auf heilem Knie, ist es gut, einen weiteren Schritt zu tun. Der hat mit Ballett zu tun.

Man schaue sich mal den Achillesvers an. Dort ragt eine mächte Sehne empor, dich wie ein Drahtseil. Was soll das? Kann sich ja nur um das Tau handeln, an dem das Zirkuszelt Mensch am Boden festgemacht wird, damit es nicht umfällt. Weit gefehlt. Das ist ja Quatsch: der Mensch wird ja nicht am Boden verankert. Das Gegenteil ist falsch. Man muss nur mal einsehen, dass die Schöpfung Mensch viel raffierter ist - also Erfurcht soll beschleichen, Gott sei zu danken - als das uns das Staunen vor unseren Erfindungen der letzten paar Dekaden suggeriert. Irgendwie denkt man doch, in jeder Rakete, Düsenflieger stecke mehr als Mannjahre und im Menschen. Stimmt nicht. Der Mensch ist die beste Erfindung, jedenfalls was das Thema Fortbewegung anbelangt, wage ich zu behaupten. Er funktioniert per Balance - Ballett eben, auf Schritt und Tritt, der Alltag als Kunstwerk. Denn: jeder Schritt bedeutet im Grunde ein Abheben vom Boden - ein Sprung. Vorgesehen ist nicht das Schlurfen, sondern das Spitzengehen. Das will uns wohl das Ballett beibringen. Nutzt die Kraft der Achillesverse. Das bedeutet: Sieh oben: Stechschritt marsch, den Fuß nach vorne geschleudert, Auftreffen auf dem Boden mit dem dicken Ballen vorne am Fuß - also doch nicht mit der Hinterhacke, sondern Eintauchen die Fußspitze! Also prüfte man die Temperatur eines Badewassers. So, und nun das bereits in Gang Gebracht, das nach vorne gerissene Gesamtkunstwerk Mensch weiter in Bewegung halten, den Schwung ausnützen, eben nicht stehenbleiben, keine Atempause, der verfolgende Windhund bleibt dicht auf den Versen: nun die Achillesverse verkürzen, kurz anzurren, so dass - wieder wie bei einem Kranausleger, dieses Mal mit dem Hebel nach unten, am auftreffenden Vorderballen der ganze Mensch nach oben schnellt.
Das mal versuchen - erstes Ergebnis: Muskelkater an den Waden, so mein Eindruck. Das bedeutet: der dicke Waden bedient durch kurze kräftige Verkürzung den Fußhebel. Wie ein Gaspedal drück er die Fußspitze nach unten und hievt damit den Menschen nach oben, so daß er in Schwung bleibt - das vorhergehende "Antippen" des Bodens sorgt für einen Aufprall mit dem Vorderballen, nicht mit der Verse: das heisst, der bestehene Schwung wird weitestmöglich in den folgenden Schritt hineintransferiert - der bewegte Mann soll's bleiben - ein Einstauchen z.B. auch des Knies beim Aufprall wird so vermieden. Wie gesagt: dafür braucht es kräftige Waden. Was anatomisch auch nicht so gleich nachvollziehbar ist. Für das Abheben hätte ich z.B. eher den Oberschenkel verantwortlich gemachts. Es geht aber hier in Anführungszeichen nur um den Fuß, nicht um die Knieschere, also nicht um eine Kniebeuge, die ja auch das Ganze nach oben schwingt. Nein: ausgenützt wird hier die Erhebung, der Höcker der Verse: die Verse ist also - so glaube ich - vor allem dazu da, das Drahtseil Achillesverse um die Ecke zu bringen: es verkürte der Waden die Achillesverse, die an der Kran-Erhebung Verse um die Ecke an der Unterseite, also Sohle des Fußes, zum Vorderballen des Fußes gezogen ist. Durch eine Verkürzung der Sehne - der Muskel stemmt nicht, er verkürzt sich - wird die Fußspitze, werden die Zehen, der Fuß gegen das Bein nach unten gedreht, um den Drehpunk "mittlerer Knöchel" (der dem Punkt entspricht, wo der Ausleger eines Kranes auf den Kranenmasten trifft - während das den Ausleger haltende und aufrichtende bzw. drehende Seil über eine Erhebung, eine Rolle, verläuft und gespannt wird, die einige Meter über der Kranmastspitze angebracht ist - entspricht der Spitze der Verse, also "Hinten ganz unten am Fuß", darüber muss die Sehne gespannt werden.

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